Internationales Großwärmepumpenforum Vienna 2018


Innovation ist die Zukunft - Das mitteleuropäische Großwärmepumpenforum im Wiener Rathaus

Am Donnerstag, dem 17.05.2018, war Wien Gastgeber eines der größten Events, den Österreichs Wärmepumpenbranche jemals veranstaltet hat. Das mitteleuropäische Großwärmepumpenforum, das auf Einladung der Stadt Wien, MA20 Energieplanung im geschichtsträchtigen Wappensaal des Wiener Rathauses stattfand, war ein bemerkenswertes Zusammentreffen der wesentlichen Akteure der Branche und brachte erfahrene Anwender, potentielle neue Kunden und Anbieter von verschiedenen Wärmepumpenlösungen zusammen.

Die Tagung kam auf Initiative der Verbände Wärmepumpe Austria, Bundesverband Wärmepumpe, und der Fachvereinigung Wärmepumpe Schweiz zustande und ist als jährliche Wanderkonferenz konzipiert. 2016 fand die D-A-CH - Veranstaltung in St. Gallen (CH), 2017 in Köln (D) statt.

Ziel der Veranstaltung war es, Potenziale sowie Anwendungsgebiete und Geschäftsmodelle großer Wärmepumpenanlagen aufzuzeigen und die technischen, politischen und finanziellen bzw. regulatorischen Rahmenbedingungen zu beleuchten. Eingebettet in einen wissenschaftlichen Rahmen zeigte das Tagungsprogramm praktische Lösungsansätze für den Einsatz von Wärmepumpen in der Industrie, Fern- und Nahwärme sowie im Wohn- und Siedlungsbau. Am Vortag behandelte der europäische Wärmepumpenverband das Thema Dekarbonisierung von Städten in einer eigenen Veranstaltung.

Von der Theorie zur Praxis - Die Vorträge im Überblick

In einer 9-stündigen Vortragsreihe mit 13 Vorträgen konnten sich rund 200 Teilnehmer im vollbesetzten Wappensaal des Wiener Rathauses einen Eindruck über Theorie und (Best-)Practise großer Wärmepumpenanlagen verschaffen.
Nach der Begrüßung durch den Leiter der Energieplanung Stadt Wien, Mag. Bernd Vogl, und den Verbandspräsidenten der Wärmepumpe Austria, Richard Freimüller, begann die Vortragsserie mit einer Präsentation vielfältiger erfolgreicher Anwendungen von Großwärmepumpen in Gewerbe und Industrie. Dabei wurden realisierte Systeme mit bis zu 30 MW Leistung und 140 °C vorgestellt. Die zahlreichen möglichen urbanen Zukunftszenarien im Energiesektor durch den Einsatz großer Wärmepumpen wurden anschließend genauso beleuchtet wie die Energiegewinnung aus Abwasser. Nach der ersten Pause ging es mit Wärmepumpen in Tourismus, Gewerbe und Wohnbau weiter, danach folgte ein theoretischer Block des Austrian Institute of Technology über die Schwerpunkte aktueller Forschung und die damit zusammenhängenden Herausforderungen in der Anwendungspraxis. Praktisch ging es dann auch weiter mit der thematischen Fokussierung auf Hochtemparaturwärmepumpen in Nah- und Fernwärme, was besonders bei den zahlreichen Gäste aus Gemeinden und Städten auf breites Interesse stieß. Dieses wurde bei den anschließenden Vorträgen über umgesetzte Projekte der Erdwärmenutzung in Wien und Power 2 Heat Anwendungen in städtischen Fernwärmenetzen nochmals vertieft. Auf die Vorteile der Umweltfreundlichkeit und der hohen Flexibilität von Großwärmepumpen in Wohnraum, Gewerbe und Industrie wurde ebenso eingegangen wie auf die Abwärmerückgewinnung und Fernwärmespeichermöglichkeiten in Industrie und Städten. Den letzten Vortragsblock eröffnete das Thema Förderungen und Rahmenbedingungen für Großwärmepumpenlösungen in Österreich, gefolgt von Lösungen für Hotellerie und Mehrfamilienhäuser. Zum Abschluss der Vortragsreihe rückten multivalente Systeme mit Großwärmepumpen in den Fokus. Moderiert wurde die Tagung vom charismatischen Geschäftsführer der Fachvereinigung Wärmepumpe Schweiz, Stephan Peterhans.
Für den verhältnismäßig großen Anteil an fremdsprachigenTeilnehmern wurde simultan übersetzt.

Zusammenfassung – Vielversprechende Zukunftslösungen mit der Wärmepumpe

Von der Nutzung von Wärmepumpen zur Erzeugung von Energie aus Abwasser über die größten Wärmepumpenanlagen in Industrie, Wohnbau und Gewerbe, bis hin zur Abwärmerückgewinnung wurde eindrucksvoll gezeigt, wie vielfältig die Einsatzgebiete des Innovationswunders Wärmepumpe sind. In fast jedem elektronischen Gerät, das Kühlung braucht, ist heute bereits Wärmepumpentechnologie verbaut. Denn eines der hervorstechendsten Eigenschaften ist die Möglichkeit, sowohl zu kühlen als auch zu heizen.
Beim anschließenden Abendempfang der Stadt Wien mit der Vizebürgermeisterin wurde klar, dass auch Städte sich der großen und effizienten Einsatzmöglichkeiten von Wärmepumpenanlagen durchaus bewusst sind. Wien erhielt 2017 die Auszeichnung "Heat Pump City of the Year".