Wärmepumpen als Schlüssel für eine emissionsfreie Zukunft
- 10 Jahre Pariser Klimaabkommen: Sind die EU und Österreich am richtigen Weg?
- Entwicklungen am Wärmepumpen-Markt 2024 und Maßnahmen für wirksamen Klimaschutz und zur Vermeidung von Strafzahlungen
10 Jahre Pariser Klimaabkommen: Sind die EU und Österreich am richtigen Weg, um die Klimaziele zu erreichen?
Das Pariser Klimaabkommen zielt darauf ab, eine nachhaltige, gerechte und widerstandsfähige Zukunft zu gestalten. Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels, wie etwa der Übergang zu erneuerbaren Energien, fördern nicht nur den Umweltschutz, sondern schaffen auch neue Arbeitsplätze, stärken die Wirtschaft und verbessern die Lebensqualität. So führt eine nachhaltigere Energieversorgung zu mehr sozialer Gerechtigkeit und wirtschaftlicher Stabilität.
Pariser Klimaabkommen | Eckdaten
Vor bald zehn Jahren, am 12. Dezember 2015, einigten sich alle EU Mitgliedsländer völkerrechtlich verbindlich darauf, die Erderwärmung zu begrenzen. Das Abkommen bildet den internationalen Rahmen für eine nachhaltige Klimapolitik. Die Kernziele sind:
- Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter 2°C, möglichst auf 1,5°C.
- Treibhausgas-Neutralität bis 2050.
- Verbesserung der Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel.
- Umlenkung globaler Finanzströme auf klimafreundliche Entwicklungen.
Erreichung der Klimaziele | Status quo
Die EU hat sich mit dem European Green Deal ambitionierte Ziele gesetzt: Bis 2030 sollen die Emissionen um mindestens 55 % gegenüber 1990 reduziert werden, mit dem langfristigen Ziel der Klimaneutralität bis 2050. Österreich geht weiter und strebt die Klimaneutralität bis 2040 an und die Reduktion der Emissionen um 48 % bis 2030 gegenüber 2005.
Österreich entwickelte eigene Strategien, um den nationalen Gegebenheiten gerecht zu werden. Besonders im Wärmesektor spielt die Wärme-pumpen eine zentrale Rolle. Österreich setzt stark auf die Förderung erneuerbarer Energien und Energieeffizienz, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Doch trotz erster Erfolge gerät die Transformation ins Stocken. Nach rückläufigen Treibhausgas-Emissionen im Jahr 2022 gingen diese 2023 um 6,5% zurück und sollen 2024 um 3,7 % sinken.
Unvorhersehbare Krisen wie z.B. die Corona-Pandemie, der Ukraine-Krieg, der Rechtsruck in Gesellschaft und Politik, der erneute Ausstieg der USA aus dem Klimaabkommen bremsen den Klimaschutz. Auch die Weltklimakonferenz 2024 brachte kaum Fortschritte. Klimaschutz und Transformation gerät ins Stocken.
Statements Präsident Freimüller:
„Es fehlen der Optimismus in der Gesellschaft und in der Politik die klaren Weichenstellung für das Aus für fossile Verbrennungssysteme.“
„Es braucht vor allem Klarheit über die künftige Klima- und Förderpolitik. Unternehmen brauchen Planungssicherheit und die Menschen müssen verlässlich wissen mit welcher Unterstützung sie bei der Heizungssanierung rechnen können. Um die dringend notwendige Steigerung der Sanierungsquote im Gebäudesektor, bedarf es auch rechtlicher Änderungen im Miet- und Wohnrecht.“
Marktentwicklung in der EU
Neben dem Gebäudesektor spielt die Wärmepumpe im industriellen Bereich eine zentrale Rolle für die Energiewende. Mehr als 60 % der von der europäischen Industrie verbrauchten Energie wird für Wärme verwendet, die traditionell aus fossilen Brennstoffen stammt. Rund 40 % dieses Bedarfs können Wärmepumpen bereitstellen, bis zu Temperaturen von 200 °C. Der Einsatz von Wärmepumpen spart Energiekosten, macht unabhängig gegenüber Preisschwankungen von Brennstoffen und erhöht die Versorgungssicherheit und reduziert Emissionen deutlich.
Statement Präsident Freimüller:
„Besonders in der Industrie kann mit der Nutzung von Prozess- und Abwärme sowie beim parallelen Einsatz der Wärmepumpe für Heizung und Kühlung Amortisationszeiten stark verkürzen.“
2023 wurden in 21 EU-Ländern mehr als 3 Millionen Wärmepumpen verkauft. Der Bestand wuchs auf rund 24 Millionen Wärmepumpen und vermeidet jedes Jahr 45.000.000 t (45 Megatonnen) Kohlendioxid-Emissionen. Der Wärmepumpen-Sektor generiert in mehr als 250 Produktionsstätten Investitionen von 7 Milliarden Euro mit einem Beschäftigungseffekt von 170.000 Vollzeitäquivalenten (VZÄ) in Europa.
Österreichischer Heizungsmarkt 2024
Der Heizungsmarkt wuchs 2024 um 19 % auf 100.000 verkaufte Heizsysteme, ohne Nah- und Fernwärme. Diese Entwicklung bedeutet eine Erholung des Gesamtmarktes, der 2023 stark eingebrochen ist. Der Marktanteil erneuerbarer Heizsysteme steigt auf 73 %, was den klaren Trend zu nachhaltigen Lösungen eindrucksvoll darstellt.
Mit einem Marktanteil von 46 % am Heizungsmarkt ist die Heizwärmepumpe erneut das absatzstärkste Heizsystem in Österreich. Der Absatz fossiler Energiesysteme blieb mit 27.000 Stück nahezu unverändert.
Entwicklungen am österreichischen Wärmepumpen-Markt 2024
Nach einem schwachen ersten Halbjahr steigt der Gesamtabsatz von Heiz- und Brauchwasser-Wärmepumpen, über alle Leistungsklassen hinweg, auf 55.130 Stück für 2024 in Österreich. 2024 wurden 45.872 Heizwärmepumpen verkauft.
Die Luft/Wasser-Wärmepumpe ist mit einem Marktanteil von 87 Prozent das führende System.
Mit einem Absatzplus von rund 6 % und einem Marktanteil von 46 % ist die Wärmepumpe seit der Trendwende 2022 das absatzstärkste Heizsystem in Österreich.
Mit einem Marktanteil von 87 % ist die Luft/Wasser-Wärmepumpe das absatzstärkste Wärmepumpensystem in Österreich, gefolgt von der Erd-Wärmepumpe mit 11 %.
Hervorzuheben ist der hohe Anteil von 60 % Monoblock-Wärmepumpen, die bevorzugt in Sanierungsprojekten installiert wurden.
Daten und Fakten zum Wärmepumpen-Markt in Österreich 2024:
Heizungswärmepumpen: 45.872 Stück + 5,6 %
Brauchwasser-Wärmepumpen: 9.094 Stück - 21,0 %
Großwärmepumpen: 164 Stück + 1,2 %
Wärmequellen: 89,2 % Luft, 9,4 % Erde
Beschäftigungseffekt: 5.900 VZÄ (Vollzeitäquivalente, ohne EVUs) 2023
CO2-Einsparung 2023: 1.172.540 Tonnen CO2äqu
Quellen: Innovative Energietechnologien in Österreich Marktentwicklung 2023
Um unsere Klimaziele zu erreichen, sind deutlich größere Anstrengungen notwendig! Effektive Klimaschutzmaßnahmen sind mit jedem Budget möglich – insbesondere mit der richtigen Technologie: Die Wärmepumpe spielt hier eine zentrale Rolle.
Ausblick
Wärmepumpen: Lösung für Dekarbonisierung für Industrie, Gewerbe und Wohnbau
Während Wärmepumpen in Ein- und Mehrfamilienhäusern bestens etabliert sind, besteht in der Industrie, im Gewerbe, im Wohnbau und in öffentlichen Gebäuden weiterhin großer Handlungsbedarf. Diese Sektoren müssen bei Neubauten und Sanierungen verstärkt auf die Nutzung erneuerbarer Energieträger und emissionsarmer Technologien setzen. Wärmepumpen in der Industrie helfen, Energiekosten zu senken, Unabhängigkeit von Preisschwankungen fossiler Brennstoffe zu gewinnen, die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und Emissionen drastisch zu reduzieren.
Statement Richard Freimüller.
„Wichtig ist die Schaffung politischer und rechtlicher Rahmenbedingungen und von Anreizen zur Dekarbonisierung für die Industrie.“
Im großvolumigen Wohnbau bieten Großwärmepumpen eine kosten- und energieeffiziente sowie zuverlässige Lösung für Heizung, Kühlung und Warmwasserbereitung. Sie reduzieren Energie- und Betriebskosten, erhöhen die Energieeffizienz, steigern den Wert der Immobilie und sichern die langfristige Leistbarkeit für Mieter und Bewohner.
Klimapolitik am Wendepunkt
In Europa zeichnet sich eine Verschiebung der politischen Prioritäten ab. Wirtschaftsförderung und Industriesubventionen rücken in den Fokus, während Klimaschutz an Dynamik verliert. Kritiker warnen, dass dies die Ziele des Pariser Klimaabkommens gefährden könnte.
Statements Richard Freimüller:
„Von unserer neuen Regierung brauchen wir ein klares und verlässliches Bekenntnis zum Klimaschutz. Sie muss einen klugen, ausgewogenen und budgetverträglichen Maßnahmen-Mix entwickeln. Regulatorische Maßnahmen dürfen aus ideologischen Gründen genauso wenig unbeachtet bleiben wie Änderungen in gesetzlichen Rahmenbedingungen.“
„Das Ziel muss sein, Wirtschaft und Klimaschutz miteinander zu verbinden, um unsere Lebensgrundlagen für kommende Generationen zu sichern.“