Wärmepumpen in der Sanierung - geht das?

Wärmepumpen in der Sanierung - geht das?

Im Neubau sind Wärmepumpen mittlerweile der Standard, sodass sich Häuslbauer in Österreich beim Thema Heizung eigentlich nur mehr die Frage stellen, ob Sie eher auf Luft, Grundwasser oder Erdreich als Wärmequelle setzen wollen. Aufgrund der konkurrenzlosen Effizienz und des überragenden Komforts hat sich die Wärmepumpe in diesem Bereich als das dominierende Heizungssystem fest etabliert.

Der Einsatz der Wärmepumpe in der Sanierung ist jedoch immer noch mit vielen Vorbehalten und Vorurteilen behaftet. Die gängige Auffassung ist, dass Wärmepumpen nur für Neubauten oder energetisch anspruchsvoll sanierte Gebäude geeignet sind. Zum Glück kann dies heute in vielerlei Hinsicht als widerlegt gelten.

Mehr als 50 Prozent der Wohnfläche wird heute in Österreich noch mit fossilen Brennstoffen beheizt. In den kommenden zwei bis drei Jahrzehnten müssen auch diese Wohnungen vollständig durch CO2-freie Wärme versorgt werden. Viele Studien, Szenarien und Prognosen zur Dekarbonisierung der Raumwärme sehen die Wärmepumpe hier als zentralen Eckpfeiler.

Aber: Wie können Wärmepumpen überhaupt im Bestand eingesetzt werden? Müssen alle Bestandsgebäude zuerst umfänglich saniert werden? Sind Wärmepumpen in der Lage, die hohen Vorlauftemperaturen zu gewährleisten? Können Wärmepumpen im Bestand überhaupt sinnvolle Effizienzwerte erreichen? Ist der Betrieb von Wärmepumpen im Bestand eigentlich ökologisch?

Ergebnisse einer umfangreichen Studie von Doktor Marek Miara vom Deutschen Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme zeigen deutlich, „dass Wärmepumpen in der Lage sind, auch in nicht sanierten oder nur geringfügig sanierten Bestandsgebäuden die notwendige Wärme zu liefern – wobei sie effizient genug sind, um klare ökologische Vorteile gegenüber fossil betriebenen Heizkesseln zu erzielen.“

Natürlich unterscheidet sich der Aufwand in der Umsetzung von Projekt zu Projekt mitunter beträchtlich. Aber insgesamt kann man sagen, dass die Wärmepumpe bei allen Sanierungsprojekten in Betracht gezogen werden kann und sollte. Einige besonders bemerkenswerte Gebäude haben wir auch auf unserer Verbandswebsite portraitiert. Wir zeigen dort die enorme Breite an Einsatzmöglichkeiten moderner Wärmepumpensysteme, vom alten Pfarrhof in den Tiroler Alpen, bis hin zum sanierten burgenländischen Autohaus.

Das Prinzip einer Wärmepumpe ist nicht neu. Schon 1853 hatte der österreichische Wissenschaftler Peter Ritter von Rittinger das Prinzip der Wärmepumpe entdeckt und daraufhin die erste Wärmepumpe im Salzsiedeprozess der Saline Ebensee in Oberösterreich eingesetzt.

Abschließend kann man sagen: Die Wärmepumpe ist ein ausgereiftes, vielfältig einsetzbares und modernes Wärmesystem, das enormes Potential zur Dekarbonisierung von Neu- sowie Altbauten bietet. Die Branche arbeitet dabei laufend an neuen Lösungen um die Installation im Bestand noch schneller, einfacher und effizienter zu machen.

 

Verbandspräsident Richard Freimüller
Verbandspräsident Richard Freimüller; Foto: WPA

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