Wärmepumpenmarkt Österreich 2025
Zwischen Förderchaos und Klimazielen
Die Absatzentwicklung im ersten Halbjahr 2025 ist geprägt von Schwankungen. Während das erste Quartal ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr verzeichnete, fiel der Absatz im zweiten Quartal deutlich zurück. So wurden im Q2/2025 mit 8.091 Luft/Wasser-Wärmepumpen 28,47 Prozent weniger Geräte verkauft als im Vorjahr. Ein Plus von 30,75 Prozent bei Brauchwasser-Wärmepumpen konnte das Gesamtbild teilweise verbessern. Insgesamt liegt der Absatz im ersten Halbjahr mit 25.105 Geräten nahezu ident auf Vorjahresniveau, jedoch rund 30 Prozent unter dem Rekordjahr 2023. Diese Entwicklung spiegelt die Volatilität des Marktes wider, die auch durch Förderbedingungen - die Nachfolgeregelung kam viel zu spät - und politische Rahmenbedingungen beeinflusst wird. Insgesamt erwarten wir für das Gesamtjahr 2025 einen Rückgang bei Heizungswärmepumpen von rund 20 Prozent.
Klimaziele und wirtschaftliche Chancen
Die Marktentwicklung war in den vergangenen Jahren schon von starken Schwankungen geprägt. Und auch wenn der Markt aktuell unter Druck steht, bleibt die Wärmepumpe die absatzstärkste Heiztechnologie in Österreich. Man kann es nicht oft genug betonen: Die Wärmepumpe ist die zentrale Technologie für die Dekarbonisierung des Heizungssektors. Sie ist der Schlüssel, um die Klimaneutralität bis 2040 zu erreichen und die CO₂-Emissionen im Gebäudesektor deutlich zu reduzieren. Die Erfüllung der EU-Klimaziele bis 2030 ist für Österreich von großer Bedeutung – ökologisch und ökonomisch. Eine Studie der Kommunalkredit Public Consulting warnt vor erheblichen Zusatzkosten, falls die Ziele verfehlt werden. Diese könnten zwischen 370 Millionen und 5,9 Milliarden Euro liegen, abhängig von Preisentwicklungen und Emissionszertifikaten.
Gleichzeitig zeigen Untersuchungen des Wegener Centers der Universität Graz, dass Investitionen in grüne Technologien wie Wärmepumpen wirtschaftliche Vorteile bringen: Jährliche Investitionen von 4,5 Milliarden Euro könnten bis zu 100.000 Arbeitsplätze schaffen und das BIP um fast 10 Milliarden Euro steigern. Diese „doppelte Dividende“ aus Wirtschaftswachstum und Emissionsreduktion unterstreicht die Bedeutung der Wärmepumpe als Zukunftstechnologie.
Förderlandschaft: Komplexität als Hemmnis
Die Förderlandschaft in Österreich ist derzeit durch uneinheitliche Regelungen auf Bundes- und Landesebene geprägt. Dies erschwert die Planung für Installateure und Endkunden und führt zu ungleichen Förderbedingungen. Der Verband fordert eine Harmonisierung der Förderprogramme, um Bürokratie abzubauen und Planungssicherheit zu schaffen. Bis 2030 sollen jährlich 360 Millionen Euro für Heizungstausch und Sanierungen bereitgestellt werden. Die Entscheidung der UFI-Kommission im Oktober 2025 über das neue Fördermodell wird entscheidend sein. Die Förderung muss so gestaltet sein, dass keine Reservierungen entstehen, die Mittel blockieren.
Klare Rahmenbedingungen schaffen
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Reform des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes (ElWG). Leistungspreise und Netzgebühren müssen so gestaltet werden, dass die Kombination von Wärmepumpen, Photovoltaik und Elektromobilität attraktiv bleibt. Die Wärmepumpe ist ein zentrales Element für den Ausstieg aus fossilen Energieträgern und die Erreichung der Klimaneutralität. Dafür braucht es verlässliche Förderungen, klare Rahmenbedingungen, ein klimafreundliches regulatorisches Umfeld und qualifizierte Fachkräfte.
Für Fachkräfte läuft im Herbst eine neue Schulungsoffensive an – alle Infos finden sich auf der Verbandswebsite