Stromkennzeichnung 2021 – 85,39 % der Nachweise aus erneuerbaren Energieträgern
Die jährliche Überprüfung der Stromkennzeichnung durch die Regulierungsbehörde E-Control hat gezeigt, dass 2021 85,39 % der Nachweise aus erneuerbaren Energieträgern stammen. „Der Anteil der Erneuerbaren in der Stromkennzeichnung ist damit zwar im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen, kann aber nach wie vor als sehr positiv bezeichnet werden.“, zitiert der Vorstand der E-Control, Alfons Haber, aus dem soeben veröffentlichten Strom- und Gaskennzeichnungsbericht. Der Anteil bei den fossilen Energieträgern ist von 13,5 % im Jahr 2020 auf 14,28 % gestiegen.
126 Lieferanten haben im Jahr 2021 zu 100 % Strom aus erneuerbaren Energieträgern ausgewiesen. Im Vorjahr waren es noch 135 Lieferanten. Der Rückgang liegt unter anderem daran, dass einige Lieferanten ihre Tätigkeit eingestellt haben bzw. dass es zu Verschmelzungen mit anderen Unternehmen gekommen ist. 80 Lieferanten haben ausschließlich Nachweise aus Österreich für die Stromkennzeichnung eingesetzt.
Mehr Nachweise aus dem Ausland
Für die österreichische Stromkennzeichnung sind nur jene Herkunftsnachweise zugelassen, die strengen, klar vorgegebenen Kriterien und einer Auditierung entsprechen. Der Einsatz von ausländischen Nachweisen hat im Vergleich zum Vorjahr zugenommen und lag bei 32,1 % (2020: 28,13 %). Norwegen bleibt mit 15,18 % Hauptlieferant für ausländische Nachweise, gefolgt von den Niederlanden mit 6,68 %.
Neues im Jahr 2023
„2023 werden schrittweise Neuerungen auf Basis des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes (EAG) und des ElWOG eingeführt.“, erläutert der Vorstand der E-Control, Wolfgang Urbantschitsch. Die größten Neuerungen betreffen dabei die Ausweisung des sogenannten gemeinsamen Handels von Strom und Herkunftsnachweisen, die Gliederung nach primärer und sekundärer Stromkennzeichnung, die einheitliche Darstellung auf Rechnungen und Werbematerialien sowie die künftig geregelte Ausweisung von Produktmixen. Dadurch soll die Transparenz und der Informationsgehalt der Stromkennzeichnung weiter verbessert und an ein geändertes Nachfrageverhalten hin zu mehr Umweltbewusstsein angepasst werden.
Künftig auch Gas belegt
Mehr Transparenz gibt es künftig auch im Gasbereich. Hier wird die bisher freiwillige Gaskennzeichnung ebenfalls verpflichtend. Bei Gas ist auch die Ausweisung von Gas unbekannter Herkunft möglich sein. Das ist notwendig, da es derzeit noch sehr geringe Mengen an Herkunftsnachweisen bei Gas gibt.
Alles muss belegt werden
Sämtliche Stromlieferanten, die in Österreich EndkundInnen beliefern, sind dazu verpflichtet, die Primärenergieanteile ihrer Lieferungen offenzulegen. Grundlage dabei ist der sogenannte Versorgungsmix des Unternehmens, also die gesamte Aufbringung des Lieferanten an EndverbraucherInnen. Die Stromkennzeichnung muss auf der Jahresabrechnung sowie auf Werbe- und Informationsmaterialien dargestellt werden. Ab dem Jahr 2023 gilt dies auch für Gaslieferanten.
Link zum vollständigen Strom- und Gaskennzeichnungsbericht
