Effizienz & Optimierung

Jahresarbeitszahl einer Wärmepumpe

Die Effizienz einer Wärmepumpe wird mit der so genannten „Arbeitszahl“ ausgedrückt. Diese ist das Verhältnis zwischen der erzeugten Wärmeleistung und der elektrischen Antriebsenergie. Bezieht sich diese Angabe auf ein gesamtes Jahr, spricht man von einer Jahresarbeitszahl.

Je nach genutzter Wärmequelle und dem Einsatz im Neubau oder bei der Sanierung, liegen Jahresarbeitszahlen zwischen 3 und 4 oder höher. Eine JAZ von 4 bedeutet, dass mit 1 kWh elektrischer Energie zum Antrieb der Wärmepumpe 4 kWh nutzbare Wärme zur Verfügung steht. Die Umwelt liefert Ihnen somit 3 kWh an kostenloser Wärme. Je höher die Arbeitszahl, umso effizienter die Anlage!
Es gibt verschiedene Einflussfaktoren auf die Jahresarbeitszahl. Die wichtigste ist die Temperatur-Differenz zwischen der Quelle (dem Erdreich/dem Grundwasser/der Luft) und dem Heizsystem. Je geringer also dieser Temperaturunterschied ist, den die Wärmepumpe „ausgleichen“ muss, umso höher ist auch die Jahresarbeitszahl. Einerseits kann dies erreicht werden, indem die Quellentemperatur möglichst hoch gehalten wird, zum Beispiel durch tiefere Bohrungen, geringere Abkühlung des Untergrundes oder Nutzung des Grundwassers. Auf der anderen Seite, beim Heizsystem, sollte die Temperatur möglichst niedrig sein – typisch für Flächenheizsysteme (Fußboden oder Wandheizungen) sind Temperaturen bis 35 °C. Es sind aber auch Vorlauftemperaturen von 55-65 °C kein Problem, allerdings auf Kosten der Effizienz. Wichtig für die Effizienz des Gesamtsystems ist das Zusammenspiel aller Komponenten (Erschließung des Untergrundes, optimale Haustechnik, geringe Temperaturdifferenz). Eine hohe Effizienz kann also nur durch sorgfältige Fachplanung und Installation, sowie durch Wärmepumpengerechte Betriebsweise ohne Absenkung erzielt werden.

Leistungszahl (COP, Wirkungsgrad)

Im Unterschied zur Jahresarbeitszahl sagt die Leistungszahl (Coefficient of Performance, COP) aus, wie gut die Wärmepumpe im optimalen Betriebspunkt arbeitet, also nicht über das ganze Jahr gemessen. Die Leistungszahl kann nur bei konstanten Betriebsbedingungen – im sogenannten "Beharrungszustand" – gemessen werden, was nur im Labor möglich ist, aber niemals in der Heizungsanlage im Haus, wo ständig wechselnde Betriebsbedingungen herrschen. Die Leistungszahl ist also ein Qualitätsmerkmal für ein Wärmepumpenfabrikat bzw. einen Wärmepumpentyp, hat aber nur begrenzte Aussagekraft über den zu erwartenden Energiebedarf. Eine Leistungszahl von zum Beispiel 5 heißt also nicht, dass Sie nur ein Fünftel des Heizwärmebedarfs in Form von elektrischer Energie zuführen müssen. Die erreichbare Jahresarbeitszahl wird also immer niedriger sein als die Leistungszahl.

Seit September 2015 finden Sie bei Wärmepumpen den SCOP (Seasonal Coefficient of Performance). Der SCOP-Wert kann als Jahresarbeitszahl (JAZ) im Heizbetrieb gesehen werden, bildet jedoch viel realistischer und plakativer die Leistung einer Wärmepumpe ab, da die Leistungsmessung bei 4 verschiedenen, je nach Klima unterschiedlich gewichteten Temperaturen stattfindet. Dies ermöglicht gerade Geräten mit modulierender (sich je nach Bedarf anpassender) Leistung ihre Stärke auszuspielen. Ferner werden auch noch Standby-Verluste und sonstige Energie z.B. für einen eventuell vorhandenen Heizstab berücksichtigt.  

Effizienz - Richtig verstanden!

Wärmepumpen, die von einem neutralen Testzentrum auf Einhaltung der geforderten Richtlinien geprüft worden sind, erhalten das EHPA-Gütesiegel.

EHPA-Gütesiegel

EHPA-Siegel

Wärmepumpen, die von einem neutralen Testzentrum auf Einhaltung der geforderten Richtlinien geprüft worden sind, erhalten das EHPA-Gütesiegel.